Wanderausstellung zum
Rosenburg-Projekt
bis Samstag, 30.03.2026
Bundesministerium für Justiz und für Verbraucherschutz
Wanderausstellung
Die Rosenburg – Das Bundesministerium
im Schatten der NS-Vergangenheit
Pfälzisches Oberlandesgericht Zweibrücken,
Foyer im Schloss
Zweibrücken, Schloßplatz 7
Die Akte Rosenburg
Das Bundesministerium der Justiz und die NS-Zeit
Die sogenannte „Rosenburg“ ist ein Landhaus im neoromanischen Stil am Venusberg in Bonn-Kessenich, welches sich der Bonner Professor Georg August Goldfuß 1831 hatte errichten lassen.
Von 1950 bis 1973 diente die „Rosenburg“ als Sitz des Bundesministeriums der Justiz (BMJ) und somit als Arbeitsort für viele Verwaltungsjuristen, die die junge Bundesrepublik maßgeblich mitgestalteten. Viele von ihnen waren bereits vor 1945 in der Justiz oder Justizverwaltung (hier v. a. im Reichsjustizministerium) tätig.
Öffnungszeiten der Ausstellung im Foyer des Oberlandesgerichts:
Montag bis Donnerstag | 8 – 17 Uhr
Freitag | 8 – 13 Uhr
Zusatztermine:
06.-07.02.2026 | 06.-07.03.2026
Freitags von 8 – 17 Uhr und samstags von 10 – 15 Uhr.
Der Eintritt ist frei.
Unabhängige Wissenschaftlichen Kommission
Januar 2012 bis Oktober 2016
Im Januar 2012 setzte die damalige Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger eine „Unabhängige Wissenschaftlichen Kommission beim Bundesministerium der Justiz zur Aufarbeitung der NS-Vergangenheit“ (UWK) zur Untersuchung der personellen und institutionellen Kontinuitäten ein. Die UWK sollte den Umgang des Bundesministeriums der Justiz mit der NS-Vergangenheit im eigenen Haus sowie die inhaltlichen Auswirkungen auf das Handeln des Ministeriums untersuchen.
Die UWK wurde von Herrn Professor Dr. Manfred Görtemaker (Zeithistoriker, Universität Potsdam) und Herrn Professor Dr. Christoph Safferling (Strafrechtslehrer, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg) geleitet. Dem interdisziplinären Team gehörten weitere namhafte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an.
Erforscht wurde, wie groß der Personenkreis war, der in der NS-Zeit das System aktiv stützte, und nach 1949 in den Dienst des Ministeriums übernommen wurde. Zudem wurde herausgearbeitet, welche Kriterien und Maßstäbe bei der Einstellung sowie der Beförderung angelegt wurden. Dafür wurde der UWK uneingeschränkter Zugang zu allen Personalakten des Untersuchungszeitraums ermöglicht. Daneben wurde etwa die Rolle des Ministeriums bei der Amnestierung von NS-Tätern sowie der verschleppten Rehabilitierung von Opfern der NS-Justiz untersucht. Der Abschlussbericht der Unabhängigen Wissenschaftlichen Kommission wurde am 10. Oktober 2016 der Öffentlichkeit vorgestellt.
Führungskräfte zwischen 1949 bis 1973
Von den 170 untersuchten Juristen des Leitungspersonals im
Ministerium, das heißt Abteilungsleiter, Unterabteilungsleiter und
Referatsleiter, waren…
53%
ehemalige Mitglieder der NSDAP
20%
ehemalige Mitglieder der SA
3.5%
ehemalige Mitglieder der SS
Der Endbericht der Studie
Die Akte Rosenburg
Die Unabhängige Wissenschaftliche Kommission (UWK)
veröffentlichte ihre Ergebnisse am 10. Oktober 2016: Von den 170 untersuchten Juristen (untersucht wurden Akten von Mitarbeitern ab dem Geburtsjahrgang 1927, die von 1949 bis 1973 in Leitungspositionen des Ministeriums tätig waren)hatten 90 der NSDAP und 34 der Sturmabteilung (SA) angehört. Mehr als 15% waren vor 1945 im NS-Reichsjustizministerium tätig.
Der Endbericht der UWK ist im Jahr 2016 als Buch unter dem
Titel „Die Akte Rosenburg – Das Bundesministerium der Justiz und die NS-Zeit“ im C.H. BECK Verlag erschienen.
Eine Zusammenfassung der Ergebnisse finden Sie hier:
Die Ergebnisse des Abschlussberichts „Die Akte Rosenburg“ wurden in einer Wanderausstellung erstmals 2017 vorgestellt. Diese gliedert sich in neun Bereiche, die durch Stelen und Multimedia-Inhalte repräsentiert werden. Sie nähern sich u. a. durch Biographien oder Original-Aussagen dem jeweiligen Thema an.
Ziel dieser Ausstellung ist es, die Erkenntnisse der „Akte Rosenburg“ einem breiten Publikum vorzustellen und dadurch das Bewusstsein für das historische Unrecht zu schärfen.
Begleitbroschüre zur Wanderausstellung:
Weg zum Veranstaltungsort:
