„Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist.“
Gunter Demnig
Mittwoch, 17.06.2026, 19.00 Uhr
Herr Jonathan Erb
Archivar des Stadtarchivs Zweibrücken
Master-Student an der Universität des Saarlands
Mitglied des Vorstands des Historischen Vereins Zweibrücken e.V.
Jüdische Schicksale im
Nationalsozialismus in Zweibrücken
Begehung und Information zu Stolpersteinen
Innenstadt Zweibrücken
Zweibrücken, Treffpunkt:
Multifunktionshalle am Helmholtz-Gymnasiums
(Alte Feuerwache)
Diese Aktivität ist Bestandteil der Arbeit der AG Regionalgeschichte des Historischen Vereins Zweibrücken e.V. in Zusammenarbeit mit dem Zweibrücker Helmholtz-Gymnasium.
Die Vorstellung der Schicksale der mit den Stolpersteinen gedachten jüdischen Bürger ist das Ergebnis der diesjährigen Arbeit der gymnasialen AG Regionalgeschichte unter Moderation von Herrn Jonathan Erb.
Zur Geschichte der Zweibrücker Stolpersteine
(Quelle: Stadtmuseum Zweibrücken)
Der Künstler Gunter Demnig erinnert mit seinem europaweiten Kunstprojekt an die Opfer der NS-Zeit, indem er vor ihrem letzten selbst gewählten Wohnort Gedenktafeln aus Messing in den Gehweg einlässt. Die Patenschaft für die Steine wird jeweils von Bürgerinnen und Bürgern übernommen. Bislang liegen 116.000 STOLPERSTEINE in über 1860 Kommunen in 31 europäischen Ländern, die meisten davon in Deutschland. Das KunstDenkmal ist somit das größte dezentrale Mahnmal der Welt.
„Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist“, sagt Gunter Demnig. Mit den Steinen vor den Häusern wird die Erinnerung an die Menschen lebendig, die einst hier wohnten und zu Opfern des Nationalsozialismus wurden.
Näheres zu diesem Kunst- und Gedenkprojekt findet man auf der Internetseite:
Die Stadt Zweibrücken unterstützt diese von Patinnen und Paten unterstützte Gedenkarbeit. Nachdem 2012 vor der Alten Steinhauser-Straße 30 ein erster Zweibrücker Stolperstein für das Euthanasieopfer Walter Frick verlegt wurde, kamen 2019 gleich zehn Steine auf einmal in der Wallstraße 44 dazu. Sie erinnern an Mitglieder der jüdischen Familie Weis/Löb, deren Wohn- und Geschäftshaus hier stand. Seit 2020 erinnern Steine an die Juden Otto Escales (Karlstr. 27) sowie das Ehepaar Chana und Emil Dellheim (Mühlstr. 1). 2023 wurden zwölf weitere Stolpersteine für ehemalige Mitbürgerinnen und Mitbürger jüdischen Glaubens verlegt: für Karolina und Irma Weis (Hilgardstraße 22), sechs Mitglieder der Familie Moses (Hofenfelsstr. 70), das Ehepaar Rosa u. Siegfried Freundlich (Hilgardstr. 2) sowie das Ehepaar Sophie und Bertold Kahn (Kaiserstr. 49). 2024 folgte eine Stolperschwelle zur Zwangsarbeit im Zweiten Weltkrieg vor der Multifunktionshalle des Helmholtz-Gymnasiums (Bleicherstr. 3).
2024 folgte eine Stolperschwelle zur Zwangsarbeit im Zweiten Weltkrieg vor der Multifunktionshalle des Helmholtz-Gymnasiums (Bleicherstr. 3).
Der in Zweibrücken geborene und in unserer kanadischen Partnerstadt Barrie lebende Jean-Maurice Pigeon hat 2025 dankenswerter Weise die Initiative für 14 weitere Stolpersteine zur Erinnerung an gedemütigte, vertriebene und ermordete jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger übernommen: für Hermann Strauß (Homburgerstr. 40), das Ehepaar Simon und Sophia Schwarz, geb. Louis, ihre Tochter Elsa Leonore Mai, geb. Schwarz und ihren Enkel Alfred Walter Mai (Landauerstr. 13), die beiden Ehepaare Moritz und Jenny Jean, geb. Reich sowie Leopold und Olga Ella Jean, geb. Reich (Oselbachstr. 35), das Ehepaar Lazarus und Martha Bernstein, geb. Uhlfelder, sowie ihre drei in Zweibrücken geborene Kinder Margot, Rolf und Ernst Bernstein (Obere Denisstr. 8).
Im Rathausfoyer erinnert Gérard Kochs Plastik „Clairière“ (Waldlichtung, 1990) an die jüdische Familie Eskeles. Gérard Koch (1926-2014) wuchs unter dem Namen Günther Manfred Julius Koch im Haus seines Großvaters Hermann Eskeles auf (Öl- und Fettwarenfabrik Wallstr. 16, später Kaiserstr. 1). Sein nach Frankreich geflüchteter Religionslehrer Lazarus Bernstein, der mit einem Stolperstein geehrt wurde, brachte ihn Ende November 1938 in einem Rothschild-Kindertransport unter und rettete ihm damit sein Leben. Koch machte in Frankreich eine künstlerische Ausbildung und arbeitete als Bildhauer in Paris. Gérard Koch kehrte 1999 mit der Ausstellung „Lebenswelten. Rückkehr in die Stadt der Kindheit“ nach Zweibrücken zurück. Seitdem erinnert das Kunstwerk „Clairière“ an seine Versöhnung mit der Stadt seiner Kindheit.
