Protestantisches Pfarrhaus im Umbruch

Prominenter Gastreferent beim Ökumenischen Gesprächskreis

Zweibrücken (ög) Wie verhielt sich die protestantische Kirche im Dritten Reich? Diese Frage bewegte den für jeden offenen und sich einmal im Monat in der Versöhnungskirche treffenden Ökumenischen Gesprächskreis in diesem Frühjahr. Profunde Antwort darauf wird es in der ersten Begegnung nach der Sommerpause am 11. September geben, wenn Prof. Dr. Joachim Conrad von der Saar-Universität Gast des Abends  ist. In einem „Das evangelische Pfarrhaus um Umbruch“ überschriebenen Vortrag wird der Hochschullehrer für Kirchen-geschichte und promovierte Theologe versuchen, die evangelische Sicht auf das 20. Jahrhundert an Beispielen nachzuzeichnen.

„Dass die evangelischen Kirchen dem Kaiserreich verbunden waren, überrascht nicht“, schreibt Prof. Conrad dazu, „denn die protestantischen Fürsten agierten als ‚oberste Bischöfe‘ der Landeskirchen“. Die Treue zu Kaiser und Reich mündete in der Zustimmung zum Krieg 1914/18. Entsprechend wurden Pfarrhäuser und Gemeinden erschüttert durch den Untergang der Monarchie. Die Republik war dagegen verdächtig.

„Das aufkommende Tausendjährige Reich vermochte in dieser Situation zahllose Protestanten – auch die im Talar – zu blenden“, bemerkt Prof. Conrad. Die meisten Kirchen spalteten sich damals in „Deutsche  Christen“ und „Bekennende Kirche“. Der erneute Untergang habe ein grundsätzliches Misstrauen bei den evangelischen Kirchen gegenüber dem Staat und seinem Anspruch geschaffen.

Zu dem gewiss ebenso spannenden wie aufschlussreichen Vortragsabend mit Prof. Conrad am Dienstag, 11. September, um 19.30 Uhr lädt der Ökumenische Gesprächskreis allseits herzlich in die Versöhnungskirche ein.