Beton, Barock und blinder König

Mit dem Historischen Verein zur „Unbekannten Saar“

Zweibrücken (hv) „Sie wurde wegweisend für den modernen Kirchenbau“, rühmt Dehio die katholische Pfarrkirche St.Agatha in Merzig-Merchingen, erstes Ziel der Sommerexkursion des Historischen Vereins  Zweibrücken, die am 1.Juli unter Führung von Ulrike Radunz an die „unbekannte Saar“ führt. Gebaut von  dem bedeutenden Kirchenarchitekten Clemens Holzmeister in den Jahren 1929/1930, gilt St. Agatha als erste in Deutschland vollkommen in Betonbauweise errichtete Kirche.

Reich an Sehenswertem ist die Merziger Innenstadt, wo zunächst der sogenannte Propsteifriedhof besucht wird, mit interessanten Gräbern und alten Terrakottafiguren von Villeroy & Boch, darunter ein „Christus“ von Bertel Thorwaldsen, eine der populärsten religiösen Figuren des 19. Jahrhunderts. Beim Fellenbergschlößchen gibt es einen Skulpturengarten mit Werken zeitgenössischer saarländischer Künstler, u.a. von Paul Schneider und Leo Kornbrust. In die Spätrenaissance führt dann das Alte Rathaus, das 1647/49 von dem Trierer Kurfürsten Philipp Christoph von Sötern als Jagdschloss erbaut wurde, das benachbarte Bürgerhaus ist ein qualitätvoller Barockbau.

Nach der Mittagspause in Mettlach geht die Fahrt nach Kastel-Staadt zur sogenannten Klause, der von  dem berühmten preußischen Baumeister Karl Friedrich Schinkel entworfenen Grabkapelle für den blinden König Johann von Böhmen, einem kunsthistorischen Kleinod. Letzte Station der Studienfahrt ist Hamm, ein Ortsteil von Konz mit der kleinen Kirche Mariä Heimsuchung mit ihrer Ausstattung aus dem 18. Jahrhundert und einer modernen Platzanlage mit der Statue des heiligen Nikolaus. Die Exkursion klingt aus mit einem  Beisammensein in der „Wilden Ente“ in Saarbrücken-Güdingen,

Die Abfahrt am Samstag, 1. Juli, erfolgt um 7,30 Uhr an der Festhalle. Verbindliche Anmeldungen zu der Fahrt  werden bis 28. Juni in der Sonnen-Apotheke in der Fußgängerzone entgegengenommen.