Das Wunder der Schwarzen Erde

…und lutherische Bestien / Vortrag beim Historischen Verein

Zweibrücken (hv) Dass die „Terra Preta“, die im Amazonasgebiet vorzufindende Schwarze Erde, einen „verblüffenden Zusammenhang mit der Pfalz“ aufweisen kann, war für den pfälzischen Agrarwissenschaftler Georg Budell eine, wie er sagt, „absolute Überraschung“. Denn: Es war ein Pfälzer, der als erster auf diese Kultur gestoßen ist, nämlich  Jorge de Espira – und das war kein anderer als Georg Hohermuth von Speyer. Dieser war für das Handelshaus der Welser Gouverneur in Venezuela.

„Terra Preta ist eine anthropogene Schwarzerde von enormer Fruchtbarkeit“, erklärt Budell, und damit Gegenstand intensiver deutscher, aber auch internationaler Forschungen. „Besonders die Tatsache, dass sich der Humus der Terra Preta kaum abbaut und über Jahrhunderte stabil bleibt, treibt die Experten um. Bislang konnte auch nicht abschließend geklärt werden, wie die präkolumbianischen Indios diese fruchtbare Erde herstellten“. Deren erste wissenschaftliche Erforschung im19. Jahrhundert hat übrigens in Zweibrücken begonnen, und die weltweit erste Terra-Preta-Anlage steht in der Pfalz, beim Hengstbacherhof in St. Alban.

Über all das und auch darüber, dass die Deutschen in Lateinamerika seinerzeit als „lutherische Bestien“ bezeichnet wurden, wird Georg Budell im nächsten Vortragsabend des Historischen Vereins Zweibrücken am Mittwoch, 17. Mai, berichten. Zu der um 19 Uhr im Kapellenraum der Karlskirche beginnenden Vortragsveranstaltung mit dem Titel „Jorge de Espira kam bis Eldorado – Das Wunder der Schwarzen Erde und die Pfalz“ sind wie stets Nichtmitglieder freundlich willkommen.