Jugendstil vor der Haustür

Historischer Verein: Weltkunst aus dem Wasgenwald

Zweibrücken (hv) Wer denkt schon daran, wenn er ins Bitscher Land fährt, dass er in einer uralten Kulturregion weilt, im Land der Glasmacher? Aus dem Wasgenwald, der mit reichlich Holz und Sand die ersten Voraussetzungen für die Herstellung von Glas bot, kam Glaskunst, die in aller Welt hochgeschätzt ist und heute zu den Preziosen großer internationaler Museen gehört. Einer ihrer bedeutendsten Protagonisten war Emile Gallé, der mit seinen Glasschöpfungen an der Wende vom 19. ins 20. Jahrhundert Nancy zu einem Zentrum des Jugendstils machte.

Ein Zeitgenosse Gallés war René Lalique. Gleich jenem hervorragend ausgebildet, begann mit ihm als Goldschmied ob seiner phantasievollen Jugendstil-Kreationen eine neue Epoche der Schmuckkunst. Schließlich widmete auch er sich der Glaskunst, und wurde auch in dieser einer der ganz Großen des Jugendstils und später auch des Art Déco. Zunächst im Raum Paris arbeitend, zog er später in den  nördlichsten Zipfel des Elsaß, wo er die besten Facharbeiter für seine Glaskunst fand und wo heute noch Lalique-Kreationen hergestellt werden – in Wingen-sur-Moder. Dort ist vor sechs Jahren auch das Musée Lalique eröffnet worden. Als Schatzkammer des schöpferischen Universums von  René Lalique  gehört es zu den bedeutendsten Museen Lothringens.

Über all das wird Vorstandsmitglied Heinz Weinkauf im nächsten Vortragsabend des Historischen Vereins Zweibrücken am Mittwoch, 5. April, im Kapellenraum der Karlskirche in Wort und Bild  berichten. Zu dem um 19 Uhr beginnenden Abend sind, wie stets beim Historischen Verein, Nichtmitglieder freundlich willkommen.