Wer war Hermann Dingler?

Historischer Verein erinnert an berühmten Wissenschaftler  

Zweibrücken (hv) Für fast alle geschichtsinteressierten Zweibrücker ist der Name Dingler ein Begriff. Christian Dingler, der Gründer der einstigen Dingler-Werke auf dem Schönhof – heute Terex Cranes / DEMAG – prägte als Erfinder der Kniehebelpresse, als Dampfmaschinenpionier und bürgerlicher Revolutionär die Zweibrücker Regionalgeschichte. Doch auch andere Angehörige der Familie Dingler verdienen Aufmerksamkeit, so zum Beispiel der in Zweibrücken geborene Hermann Dingler. Doch wer war dieser Hermann Dingler?

Dessen Leben und Wirken als Wissenschaftler und Forschungsreisenden wird sich beim nächsten  Vortragsabend des Historischen Vereins Zweibrücken am Mittwoch, 14. September, Prof. Helmut Reichling als Gastreferent widmen. Dabei wird sich zeigen dass Hermann Dingler über die Grenzen seiner Heimatstadt hinaus eine größere Bekanntheit erreicht hat, als sein Onkel, der erfolgreiche Fabrikant Christian Dingler.

„Hermann Dinglers Geschichte könnte den Stoff für einen spannenden Roman liefern“, sagt Prof. Reichling zu seinem Vortrag. Aus dem mittelmäßigen Schüler des Zweibrücker humanistischen Gymnasiums wurde ein Weltreisender, dessen Abenteuer selbst einen Karl May mit Neid erfüllt hätten. Mit seinem treuen Gefährten Hadschi Nasradin bereiste er als Arzt den Orient von Bagdad nach Stambul und durchs wilde Kurdistan.

In reiferen Jahren wurde der promovierte Botaniker als Professor an die Forstwissenschaftliche Hochschule in Aschaffenburg berufen und erwarb sich mit bahnbrechenden Arbeiten, u.a. über den Laubfall der Bäume und die Aerodynamik der Pflanzensamen, bis heute einen ehrenvollen Platz unter den ganz großen Botanikern. Er erkundete die Fauna des Fernen Ostens und wurde zum Idealbild des Forschungsreisenden seiner Epoche. Aber auch im Inland war er seiner Zeit voraus; so gründete er mehrere Naturschutzvereine und machte sich um eine nachhaltige Forstwirtschaft sehr verdient. Am Ende seines Lebens wurde er wieder ganz Zweibrücker und schenkte seine ungeteilte Aufmerksamkeit den Rosen.

Zu dem gewiss spannenden Vortragsabend des Historischen Vereins mit Prof. Reichling am nächsten Mittwoch um 19 Uhr im Kapellenraum der Karlskirche sind wie stets Nichtmitglieder freundlich willkommen.