Blick in unbekannte Kunstwinkel

Historischer Verein: Mit Ulrike Radunz im Saarland unterwegs

Zweibrücken (hv) Die Studienfahrten mit Ulrike Radunz waren stets erlebnisreich und eindrucksvoll und haben die Geschichtsfreunde u.a. „die unbekannte Saar“ entdecken lassen. Diesmal, bei der großen Frühjahrsexkursion des Historischen Vereins Zweibrücken am Samstag, 14. Mai, wird es nicht anders sein: Ulrike Radunz wird uns nämlich zu unbekannten Kunstschätzen im Saarland führen.

Die Besichtigungstour beginnt in Saarbrücken mit der in der ersten Hälfte der Zwanziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts entstandenen katholischen Pfarrkirche St. Michael. Der damals noch junge Hans Herkommer, der später zu den führenden Architekten des katholischen Kirchenbaues in Deutschland zählte, schuf St. Michael als beeindruckende Komposition aus Historismus und Expressionismus. Im Innern gestaltete er u.a. einen kreisförmigen Majolika-Altar.

Zweites Ziel ist dann in Eppelborn das Jean-Lurcat-Museum, wo dessen Gründer, Dechant Matthias Marx, die Zweibrücker Gäste führen wird. Der aus Bruyères in den Vogesen stammende Jean Lurcat (1892 – 1966) war einer der bedeutendsten Wandteppich-Gestalter des Zwanzigsten Jahrhunderts. Matthias Marx hat eine großartige Sammlung von Gemälden, Grafiken, Keramiken und vor allem von einmalig farbenprächtigen Wandteppichen des vielseitigen Jean Lurcat zusammengetragen, die im deutschsprachigen Raum ohne Beispiel ist. Gefertigt wurden die Teppiche in der berühmten alten Manufaktur von Aubusson.

Ein weiterer Höhepunkt wird der Besuch der Privatkapelle „Statio Dominus mundi“ in Illingen-Wustweiler sein. Sie ist das letzte Werk des Münchner Architekten Alexander Freiherr von Branca, das er, schon 82 Jahre alt, geschaffen hat, und enthält eine hochwertige Sammlung religiöser Kunst, „darunter ein kleiner Cranach“.

Letzte Station dieser Studienreise ist die katholische Pfarrkirche St. Peter in Merzig. Anfang des 13. Jahrhunderts vollendet, ist sie die größte romanische Kirche des Saarlandes. Zu ihrer reichen kunstvollen Innenausstattung gehört auch ein von György Lehoczky 1951 entworfener Kreuzweg. Besucht wird in Merzig auch der Friedhof als kulturgeschichtliches Denkmal mit einer großen Anzahl noch erhaltener Grabfiguren aus der ehemaligen Merziger Tonröhrenfabrik von Villeroy & Boch.

Die Abfahrt an Pfingstsamstag, 14. Mai, erfolgt um 7,30 Uhr an der Festhalle. Verbindliche Anmeldungen  - Nichtmitglieder sind wie immer beim Historischen Verein freundlich willkommen  -  werden bis 12.Mai in der Sonnen-Apotheke in der Fußgängerzone entgegengenommen.