Als wir Flüchtlinge waren…

Die Rote Zone hatten wir verlassen müssen -  Historischer Vortrag

Zweibrücken (hv) Als vor Beginn des Zweiten Weltkriegs – zum 77. Male jährt es sich in diesem Jahr - die sogenannte Rote Zone geräumt wurde, waren wir alle Flüchtlinge. Weit jenseits des Rheins fanden wir mehr oder weniger geduldete Aufnahme und Unterkunft. An dieses schicksalhafte Geschehen wird beim nächsten Vortragsabend des Historischen Vereins Zweibrücken am Mittwoch, 9. März, nicht nur erinnert, sondern es wird auch aus einem noch nie wahrgenommen Blickfeld betrachtet, nämlich aus der Sicht kirchlichen Handelns.

Als Gastreferent des Abends wird der aus dem pfälzischen Lambrecht stammende und in Saarbrücken wirkende Kirchenrat Frank-Matthias Hofmann sich zunächst mit der Vorgeschichte und dem Verlauf der Evakuierungen von 1939 bis 1945 befassen, vor allem aber mit der ersten 1939/40. Es geht dabei insbesondere um die Frage, welche Folgen die Vorbereitung und die Durchführung der bis zuletzt geheim gehaltenen Evakuierung zu Kriegsbeginn auf die Zivilbevölkerung und auf die evangelischen Kirchengemeinden in der sogenannten Roten Zone am Westwall hatten. Wie lebten die versprengten Gemeindeglieder in den Evakuierungsgebieten Thüringens und Frankens und wie gestaltete sich das Zusammenleben von Einheimischen  und den als fremd empfundenen Pfälzern vor Ort? Fragen, die plötzlich höchst aktuell geworden sind…Kirchenrat Hofmann wird dabei auch einen Blick auf die damals spiegelgleiche Entwicklung in Lothringen werfen.

Der Vortragsabend am 9. März im Kapellenraum der Karlskirche, der manches bisher Unbekannte aufgreift, beginnt um 19 Uhr. Wie stets beim Historischen Verein sind Nichtmitglieder freundlich willkommen.