Der Professor mit dem gelben Stern

Das bewegte Leben des Victor Klemperer – ein Vortragsabend

Zweibrücken (hv) Seine vor zwanzig Jahren unter dem Titel „Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten“ erschienenen Tagebücher über seine Dresdener Jahre von 1933 bis 1945 sind in Deutschland ebenso wie in den USA heute ein Standardwerk im Deutsch- und Gesichtsunterricht. Die Erinnerungen Victor Klemperers gehören „zu den bleibenden Zeugnissen deutscher Geschichte und Kultur“, schrieb der „Spiegel“. Den durch unsägliche Verbote und Menschenverachtung unerträglich gewordenen jüdischen Alltag im Dritten Reich hat der Lehrstuhlinhaber für Romanistik an der TH Dresden minutiös festgehalten. Überlebt hat er nur, weil er mit einer Nichtjüdin verheiratet war, im Nazi-Jargon mit einer Judenhure.

Die „unter Todesgefahr geschriebenen Notizen“ Victor Klemperers sind Thema des nächsten Vortragsabends des Historischen Vereins Zweibrücken am Mittwoch, 14. Oktober. Als Referent des Abends wird Vorstandsmitglied Heinz Weinkauf unter dem Titel „Der Professor mit dem gelben Stern“ über das bewegende deutsch/deutsche Schicksal Klemperers berichten, der sich nie als jüdischer Deutscher verstand, sondern als Deutscher schlechthin. Dennoch musste der Kriegsfreiwillige des Ersten Weltkriegs  unter schlimmsten Repressalien leiden. Heinz Weinkauf wird mit zahlreichen Zitaten aus den Tagebüchern authentisch belegen, welchen Bedrängnissen, Ängsten  und Nöten, welch brutalen Übergriffen bis zur Ermordung jüdische Mitbürger unter dem Nazi-Regime ausgesetzt waren.

Zu dem am 14. Oktober um 19 Uhr im Kapellenraum der Karlskirche beginnenden Vortragsabend sind, wie stets beim Historischen Verein, Nichtmitglieder freundlich willkommen.