Die unbekannte Saar

Historischer Verein auf Entdeckungsreise mit Ulrike Radunz

Zweibrücken (hv) Man muss das Land an der unteren Saar schon so genau kennen, wie Ulrike Radunz, um zu wissen, wo dessen kulturgeschichtlichen Seltenheiten und kunsthistorischen Kabinettstücke zu finden sind. Diese sind nämlich die Ziele der nächsten Exkursion des Historischen Vereins Zweibrücken, die unter Führung der Saarbrücker Historikerin am Samstag, 14. Juni, an die unbekannte Saar und zu deren Besonderheiten führt.

Die Entdeckungstour beginnt im zwar kleinen, aber sehr feinen Heimatmuseum von Wallerfangen. Schon die Römer bauten dort Kupfer ab, im Mittelalter blühte der Azuritabbau und 1790 begann in Wallerfangen der Industrielle Nicolas Villeroy aus Metz mit der Keramikproduktion. Später wurde dort. länger als ein halbes Jahrhundert das so seltene Wallerfanger Knochenporzellan hergestellt, das in einer Sonderausstellung bewundert werden kann.

Vorbei an Schloss Villeroy, geht es dann nach Mettlach, wo zuerst die Pfarr- und Wallfahrtskirche St. Lutwinus besichtigt wird. Mit seinen Boden-, Wand- und Deckenmosaiken (es wird empfohlen, ein Fernglas mitzunehmen), seinem Kreuzreliquiar von 1220 und weiteren sehenswerten Kunstschätzen ist dieses Gotteshaus ein einzigartiges Kulturdenkmal. Beim Spaziergang durch den Park der Alten Abtei gilt die Aufmerksamkeit dem Alten Turm von 994, dem  Schinkel-Brunnen und natürlich dem 14 Meter hohen „Erdgeist“ und dem WWF-Pavillon, die André Heller für die Expo 2000 in Hannover geschaffen hatte. Die zwölfteilige „Weltkarte des Lebens“ dieses Pavillons ist damals im Mosaikatelier von Villeroy & Boch in Mettlach aus 137 000 Keramikteilchen entstanden. Besucht wird auch die renovierte von-Boch’sche Grabkapelle mit ihren wunderschönen Wandfliesen.

In Serrig wird ein Blick aus der Ferne auf die berühmte Klause geworfen; es handelt sich dabei um die von Karl Friederich Schinkel für den blinden König Johann von Böhmen entworfene Grabkapelle. Endstation ist dann Saarburg, wo zuerst im Stadtteil Beurig die spätgotische Wallfahrtskirche St. Marien mit zwei Altären aus einer Trierer Werkstatt aus dem frühen 17. Jahrhundert besichtigt wird; eine Rarität ist der Marienaltar, dessen Wallfahrtsbild eine stillende Madonna zeigt. Ein  Stadtrundgang in Saarburg mit Erklärungen schließt sich an.

Anmeldungen werden bis 12. Juni in der Sonnen-Apotheke entgegengenommen. Nichtmitglieder sind, wie stets beim Historischen Verein, freundlich willkommen.