Zweibrückisch, oldenburgisch…

Historischer Verein auf  Spuren wechselreicher Geschichte im Nahetal

Zweibrücken (hv) Wenn der Historische Verein Zweibrücken am 3. Mai seine zweite Frühjahrs-Exkursion unternimmt, folgt er im Tal der Nahe den Spuren der ungemein wechselvollen Geschichte dieses Landstrichs, in dem nicht nur Kelten, Römer und Franken zu Hause waren, sondern später auch die Wittelsbacher und sogar die Oldenburger.

Zunächst führt die Studienfahrt nach Wolfersweiler, wenige Kilometer vor dem ehemaligen pfalz-zweibrückischen Amtssitz Nohfelden. Die dortige evangelische Kirche ist nämlich die Begräbnisstätte von Kaspar, dem älteren Bruder von Herzog Alexander. Der Erbauer der Alexanderskirche und dessen Sohn und  Nachfolger, Ludwig II., hatten Kaspar wegen „Irrsinns“ fast 37 Jahre lang auf der Burg Nohfelden gefangen gehalten, wo dieser auch starb. Vorgesehen in der Kirche sind eine Führung  und ein Vorspiel auf der noch erhaltenen Stumm-Orgel.

In Nohfelden gilt die Aufmerksamkeit der auf das 13. Jahrhundert zurückgehenden Burg, die übrigens der Geburtsort des Zweibrücker Hofarchitekten Christian Ludwig Hautt ist; dessen Vater war dort Burgvogt.

In Birkenfeld ist das renovierte und neu eingerichtete Landesmuseum erstes Ziel der Exkursion. Bei einer Führung werden die Wittelsbacher und auch die keltoromanische Vergangenheit im Vordergrund stehen. In der Stadt selbst sind das ehemalige Schloss und die einstige Kaserne aus der Oldenburger Zeit als klassizistische Bauwerke sehenswert.

Ein weiterer Höhepunkt der Studienfahrt wird der Besuch der historischen Weiherschleife in Idar-Oberstein sein, der letzten erhaltenen mit Wasserrad angetriebenen Schleifmühle am Idarbach aus dem Jahr 1754. Auf der Rückfahrt wird bei Schmißberg noch ein Blick auf den Sironatempel geworfen, einem rekonstruierten Heiligtum für eine romanisierte keltische Göttin.

Die Abfahrt am Samstag, 3. Mai erfolgt um 8 Uhr an der Festhallte. Anmeldungen werden bis 30. April in der Sonnen-Apotheke in der Fußgängerzone entgegengenommen. Nichtmitglieder sind, wie stets beim Historischen Verein, freundlich willkommen.