Wie war das mit den Gutbetuchten?

Historischer Verein: Modische Zeitreise durchs 18. Jahrhundert

Zweibrücken (hv)  Wenn die Kammerzofe Henrietta im März-Vortragsabend des Historischen Vereins Zweibrücken im wahrsten Sinn des Wortes aus dem Nähkästchen plaudert, geht es dennoch um ein Leben ohne Gummiband und Reissverschluß, denn sie nimmt ihr Auditorium mit auf eine modische Zeitreise durchs 18. Jahrhundert. „Gut betucht“ hat sie den Abend überschrieben, aber wer glaubt, dabei lediglich etwas über Spitzen, Schleifchen und Rüschen zu erfahren, der irrt. Humorvoll wird die Kammerzofe Henrietta (Monika Link) in die Epoche der Reifröcke, Schnürmieder und Perücken entführen und dabei die historischen Ereignisse der damaligen Zeit nicht vergessen.

So wird sie beispielsweise von einer modisch drapierten Feder zu berichten wissen, die zwar hübsch anzusehen war, aber im Grunde auf politische Schwierigkeiten hindeutete. Oder sie erinnert daran, wie wichtig damals die richtige Farbwahl der Kleidung war, um andere Favoritinnen blass aussehen zu lassen. Henrietta verrät auch das Geheimnis eines „Frühwarnsystems“, da sie weiss, dass gut sitzende Kleidung auch noch gut klingen musste. Sie wird von einer Kette erzählen, die eigentlich den Hals zieren sollte, später jedoch den Hals gekostet hat, und auch davon, wie bedeutend eine falsche Lockenpracht für das Herzogtum Zweibrücken war. Und schliesslich will sie verraten, wer sie vor den Wirren der Revolution gerettet hat.

Der um 19 Uhr beginnende Vortragsabend am kommenden Mittwoch, 12. März, im Kapellenraum der Karlskirche  verspricht also ebenso amüsant wie an Geschichte und Geschichten reich zu werden. Nichtmitglieder sind, wie stets beim Historischen Verein, freundlich willkommen.