Prophet wider den Zeitgeist

Historischer Verein erinnert an Widerstandskämpfer Ingbert Naab

Zweibrücken (hv)  „Ich habe das Recht geliebt und das Unrecht gehasst“. Diese Worte standen auf dem Grabstein des Kapuzinerpaters Ingbert Naab, dem der nächste Vortragsabend des Historischen Vereins Zweibrücken am kommenden Mittwoch, 16. Oktober, gewidmet ist. Unter dem Titel „Prophet wider den Zeitgeist“ wird damit an einen unerschrockenen Kämpfer gegen den Nationalsozialismus erinnert. Referentin des Abends ist die pfälzische Journalistin Lilo Hagen, die sich intensiv mit dem Leben und Wirken Naabs beschäftigt. Mit Unterstützung seiner Heimatstadt Dahn versucht sie alles, um das Vermächtnis des mutigen Kapuzinerpaters einer breiten Öffentlichkeit zu erschließen.

Pater Ingbert Naab, der 1885 in Dahn geboren wurde, hat sich mit bewundernswertem Mut gegen die menschenverachtende Ideologie der Nationalsozialisten gestemmt und zählte bereits 1924 zu den erbitterten Gegnern nationalsozialistischen Gedankenguts. Mit seinem Freund Fritz Gerlich gab er u.a. in München die Zeitschrift „Der Gerade Weg“ heraus, die zum Kampfblatt gegen die Nazis wurde. Er gehört zu den Großen und am Ende Vergessenen des deutschen Widerstands. Sein Werk das in großen Teilen nichts von seiner Brisanz verloren hat, ist vielen Menschen nicht bekannt.

So sind die Worte des früheren Dahner Stadtbürgermeisters Manfred Schreiner verständlich, der einmal gesagt hat: „Ich scheue mich nicht, Pater Ingbert Naab mit Persönlichkeiten des deutschen Widerstands, wie Dietrich Bonhoeffer, Alfred Delp, Clemens August von Gahlen, Martin Niemöller und den Geschwistern Scholl  - aber auch einer Märtyrerin wie Edith Stein – in einem Atemzug zu nennen“.

Zu dem um 19 Uhr beginnenden Vortragsabend am 16. Oktober im Kapellenraum der Karlskirche sind, wie zu allen Veranstaltungen des Historischen Vereins, Nichtmitglieder freundlich willkommen.