Anno 1521 im Heiligen Land

Prof. Reichlings Vortrag: Die Pilgereise des Pfalzgrafen Ottheinrich

Zweibrücken (hv) Jerusalem, die Hauptstadt dreier Weltreligionen, wird nicht ohne  Grund die „heilige Stadt“ genannt, obwohl die Übersetzung des Namens eigentlich „Stadt des Friedens“ bedeutet. Doch eine Stadt des Friedens war Jerusalem nie. Heute so wenig wie vor Hunderten von Jahren. Trotzdem zog der Mythos dieser Stadt zu allen Zeiten Pilger aus der ganzen Welt in ihre Mauern. So auch im Jahr 1521 als der Pfalzgraf Ottheinrich, der spätere Kurfürst von der Pfalz, gemeinsam mit seinem Vetter Georg von Zweibrücken – beide aus dem Haus Wittelsbach – eine Wallfahrt ins Heilige Land unternahm.

Diese für alle Beteiligten ereignisreiche Fahrt wird Prof. Helmut Reichling nacherzählen, wenn er am kommenden Mittwoch, 10. April, als Gastreferent des Historischen Vereins am Vortragspult steht. Noch in bester Erinnerung steht der spannende Vortragsabend mit Prof. Reichling, als er vor zwei Jahren beim Historischen Verein über einen Pfalzgrafen als Pirat berichtete. Nicht minder fesselnd und anregend dürfte auch der bevorstehende Vortragabend werden, dessen Grundlagen die Reisetagebücher Ottheinrichs und seiner Gefährten sind.

Aus der Sicht des Verhaltensforschers wird Prof. Reichling einen besonderen Akzent auf die Persönlichkeiten setzen, die sich in einer Mischung aus Kreuzzug und Kreuzfahrt auf die Reise begeben. Nicht nur der religiöse, sondern auch der touristische  Aspekt einer solchen Pilgerreise erlaubt nämlich bemerkenswerte Aufschlüsse über die damalige Zeit und ihre Menschen. Und wir treffen auch auf Menschen, die eine Pilgerreise ins eigene Ich antreten und erstaunt sind, was sie dort finden.

In seinem Schloss Neuburg an der Donau ließ Ottheinrich die erste evangelische Kirche weltweit errichten, doch die Pilgerreise, die er als junger Mann mit zwanzig Jahren antrat und sein Ritterschlag im Abendmahlsaal zu Jerusalem prägten ihn sein Leben lang.

Zu dem am 10. Juli um 19 Uhr beginnenden Vortragsabend im Kapellenraum der Karlskirche sind, wie stets beim Historischen Verein, auch Nichtmitglieder freundlich willkommen.