Was wollte der Kreisauer Kreis?

Jahre des Widerstandes – Vortrag beim Historischen Verein

Zweibrücken (hv)  Die Rolle  eines der bedeutsamsten bürgerlichen Widerstandskreise während des Nationalsozialismus, nämlich des Kreisauer Kreises, ist der hochspannende Inhalt des nächsten Vortragsabends des Historischen Vereins Zweibrücken am Mittwoch, 17.April. Diese oppositionelle Gruppe , der auch der 1945 in Plötzensee hingerichtete Helmuth James Graf von Moltke angehörte, beschränkte sich nicht auf Umsturzpläne, sondern hatte zukunftsgerichtet eine Neukonzeption  Deutschlands nach dem erwarteten Zusammenbruch zum Ziel. Im Geist des Christentums und der sozialen Gerechtigkeit sollte Deutschland wiederaufgebaut und in ein vereintes Europa eingefügt werden.

Referent des Abends ist Klaus Philippi, ein gebürtiger Zweibrücker, der, nach einer beruflichen Karriere in der Wirtschaft, sich im Ruhestand dem Studium der Historie widmete. Er wird aufzeigen dass „wirkliche Reformen und nicht die Rückkehr zum alten Weimarer Parteienstaat“ das große Vorhaben des Kreisauer Kreises waren. Dessen zum Teil utopisch anmutende Konzeption muss dabei im Kontext des erlebten Totalitarismus und des Versagens der parlamentarischen Demokratie Weimarer Prägung gesehen werden.

Philippi wird dabei auch der Frage nachgehen, ob Ideen des Kreisauer Kreises beim Wiederaufbau Deutschlands effektiv waren. Nicht zuletzt geht es in dem Vortrag auch um das Problem, wie Widerstand in seinem Spanungsverhältnis zum Verrat definiert werden kann, aus welchen Gründen der Widerstand scheitern musste und wie man sich im Nachkriegsdeutschland damit auseinandergesetzt hat.

Der einst wohlbekannten Zweibrücker Metzgerei Philippi in der Fruchtmarktstraße entstammend, studierte Klaus Philippi nach dem Abitur am Helmholtz-Gymnasium in München und in Innsbruck Volkswirtschaft und Politische Wissenschaften und war nach seiner Promotion in leitender Stellung in der Elektronik-Industrie tätig. Nach seiner Pensionierung nahm er ein Magisterstudium in Geschichte und Kunstgeschichte an der Universität Stuttgart auf mit dem Schwerpunkt Widerstandsforschung. Im vergangenen Jahr promovierte er dann mit einer Arbeit über die Genese des Kreisauer Kreises.

Zu dem am 17. April um 19 Uhr im Kapellenraum der Karlskirche beginnenden Vortragsabend , der in die leidvolle jüngere Vergangenheit führt, sind, wie zu allen Veranstaltungen des Historischen Vereins, auch Nichtmitglieder freundlich willkommen.