Sie waren im Besitz Goethes

Prof. Lehman entdeckte die Zeichenbücher – Historischer Vortrag

Zweibrücken (hv)  Ob München im 19. Jahrhundert sich den herausragenden Ruf als Stadt der Kunst erworben hätte, wenn der ehemalige Zweibrücker Hofmaler Johann Christian von Mannlich nicht gewesen wäre? Er hatte nämlich nicht nur die Grundlage für die dann berühmt gewordene  Alte Pinakothek geschaffen, sondern wurde auch „der Vater der künstlerischen Lithographie“,  nachdem Alois Senefelder wenige Jahre zuvor die „bahnbrechende Erfindung des Steindrucks“ gelungen war. Und nicht nur das. Im Auftrag des in Zweibrücken bei seinem Onkel aufgewachsenen bayerischen Königs Max I. Joseph kümmerte er sich mit einer Zeichenschule auch um „die künstlerische Ausbildung des malerischen Nachwuchses“. Diesem empfahl er zur Schulung der eigenen Fähigkeiten vor allem die Werke Raffaels, die er ihnen auf  Lithographien nahebrachte.

Zu diesem Unterrichtsmaterial gehörten auch zwei große Zeichenbücher, von denen man zwar wusste, dass sie es gab, die aber „als nicht auffindbar“  galten. Nun hat der Vorsitzende der Zweibrücker Kulturgutstiftung Gehrlein-Fuchs, Prof. Harald Lehmann, diese Zeichenbücher „im Nachlass Goethes in Weimar ausfindig“ machen können. Darüber und über Mannlich als „Kunstpädagoge und Wegbereiter der künstlerischen Lithographie“ wird Prof. Lehmann im nächsten Vortragsabend des Historischen Vereins Zweibrücken am Mittwoch, 13. März, im Kapellenraum der Karlskirche berichten.

Die beiden Zeichenbücher als Litho-Kopien in Originalgröße und mehr als sechzig Blätter aus Mannlichs „Ouevres  Lithographiques“, die er u.a. mit Ferdinand Piloty, Nepomuk Strixner und Joseph Wagenbauer geschaffen hat, können gegenwärtig in einer einzigartigen Ausstellung noch bis 17. März im Mannlich-Haus in der Herzogstraße bewundert werden. Diese kunstgeschichtlich bedeutsame Grafikschau ist täglich, außer montags, von 15 bis 18 Uhr geöffnet.

Zu dem am 13. März um 19 Uhr beginnenden Vortragsabend mit Prof. Lehmann, der auch dem Vorstand des Historischen Vereins angehört, sind, wie zu allen Veranstaltungen des Historischen Vereins, auch Nichtmitglieder freundlich willkommen