…und der Herzog träumte von Geld

Historischer Verein eröffnet seine Vortragsarbeit im neuen Jahr

Zweibrücken (hv)  Die Überschuldung der öffentlichen Haushalte ist ein beherrschendes Thema unserer Zeit. Überall wird mehr ausgegeben als eingenommen, überall führt das Bemühen um Schuldentilgung zum Anwachsen des Schuldenbergs. Dass es früher nicht anders war, lehrt ein Blick in die Geschichte.  Gerade am Beispiel Pfalz-Zweibrücken in der frühen Neuzeit lässt sich das modellhaft aufzeigen.

So trägt der erste Vortragsabend des Historischen Vereins Zweibrücken im neuen Jahr - am Mittwoch, 16. Januar, im Kapellenraum der Karlskirche - auch die Überschrift  „Herzog Wolfgangs Traum vom schuldenfreien Staat“. Prof. Johannes Schöndorf wird als Referent des Abends den letztlich aussichtslosen Kampf Herzog Wolfgangs und seiner Zweibrücker Nachfahren um die Bewältigung des chronischen Finanzdesasters aufzeigen.

Herzog Wolfgang (1526 – 1569) hatte von seinen Vorfahren einen zersplitterten Kleinstaat geerbt, der sich durch die Zugehörigkeit zum Haus Wittelsbach als selbstständiges Fürstentum hatte verfestigen und erhalten können. Aber: Pfalz-Zweibrücken war von Anfang an von Schulden gequält. Im Mittelpunkt von Herzog Wolfgangs abenteuerlichem Lebenslauf standen somit vielfältige Bemühungen  – nicht zuletzt im Interesse seiner zahlreichen Kinder aus der Ehe mit Anna von Hessen – seine staatliche Schuldenlast abzutragen. Doch das Dilemma blieb.

Die Anstrengungen seines Nachfolgers, Herzog Johann I., durch Übertragung der Schulden auf die „Landschaft“ - eine Interessengemeinschaft der Städte und Gemeinden seines Landes - und das Bestreben dessen Sohns, Herzog Johann II., durch einen „Finanzpakt“ mit der kurpfälzischen Verwandtschaft der Überschuldung Herr zu werden, endeten schliesslich in der Katastrophe des Dreißigjährigen Kriegs.

Zu dem um 19 Uhr beginnenden Vortragsabend, dem gewiss spannenden Auftakt der neuen Jahresarbeit des Historischen Vereins, sind Nichtmitglieder freundlich willkommen.