Wo Barbarossa Hildegard von Bingen traf…

Historischer Verein unternimmt Geschichtstour nach  Ingelheim

Zweibrücken (hv)  Seinen weltweiten Ruf verdankt Ingelheim in unserer Zeit der chemisch-pharmazeutischen Industrie. Vor tausend Jahren war das anders, da war Ingelheim eine  der wichtigsten Kaiserpfalzen. Ingelheim „war alter fränkischer Königsbesitz“. Daraus wurde im achten Jahrhundert die Pfalz Karls des Großen. Nach den Karolingern war es im zehnten Jahrhundert die Kaiserpfalz der Ottonen, später der Salier und zuletzt der Staufer. Und der Überlieferung nach sollen sich in Ingelheim auch der Stauferkaiser Barbarossa und die Äbtissin Hildegard von Bingen begegnet sein.

Die Kaiserpfalz  -  das heißt, das imposante und hervorragend restaurierte Überkommene  -   steht denn auch im Mittelpunkt der spätsommerlichen Exkursion des Historischen Vereins Zweibrücken, die am Samstag, 25. August, in das auch für seinen Rotwein bekannte Ingelheim führt. Nach einer intensiven Führung durch die Kaiserpfalz – eine der am besten erforschten Pfalzen des frühen Mittelalters -  werden dort die jüngsten Ausgrabungen und die an der Remigiuskirche besichtigt. Diese gilt als älteste Ingelheimer Kirche, erstmals 742 urkundlich erwähnt.

Nach der Mittgaspause geht es nach Ober-Ingelheim, wo das Interesse der Burgkirche gilt, einer spätgotischen Wehrkirche aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Berühmt ist ihr mittelalterliches Marien-fenster. Anschließend wird das Museum bei der Kaiserpfalz besucht, wo Original-Karten von  Sebastian Münster bewundert werden können. Der 1488 in  Nieder-Ingelheim geborene Universalgelehrte Sebastian Münster war  eine der bedeutenden Persönlichkeiten des Humanismus und der Renaissance. Seine Weltbeschreibung „Cosmographia“ zählt zu den begehrtesten Büchern aus dem 16. Jahrhundert. Münsters Bild zierte früher den 100-D-Mark-Schein.

Nach einem Abstecher in ein Weingut, wo die Atmosphäre eines Ingelheimer Weinhöfefestes erlebt werden kann, führt die Rückfahrt über Zellertal-Zell, wo in der historischen „Kollektur“ zum Abendessen eingekehrt wird. Anmeldungen zu der Fahrt  -  wie immer beim Historischen Verein, sind Nichtmitglieder freundlich willkommen  -  werden bis  24.  August in der Schloss-Apotheke entgegengenommen. Die Abfahrt am 25. August erfolgt um 7 Uhr an der Festhalle.