… gehalten werden wie das Vieh

Als Royal-Deux-Ponts-Soldat in Amerika – Historischer Vortrag

Zweibrücken (hv) Wie war das vor 230 Jahren in Amerika? Einer, der es erlebt und in seinem Tagebuch geschildert hat, war der aus Sarnstall bei Annweiler stammende Georg Daniel Flohr. Als Freiwilliger hatte er sich1776 zum Zweibrücker Regiment Royal Deux-Ponts gemeldet und als gewöhnlicher Soldat am amerikanischen Unabhängigkeitskrieg (1776 – 1783) teilgenommen. Über die Eindrücke und  Erfahrungen dieses Abenteuers hat er intensiv Tagebuch geführt. Erschienen ist es 1787 in Straßburg unter dem Titel „Reisenbeschreibung von  America, welche das Hochlöbliche Regiment von Zweybrücken hat gemacht zu Wasser und zu Land vom Jahr 1780 bis 84“.

Auf dieser bisher nur militärgeschichtlich ausgewerteten Quelle  -  u.a. von dem Zweibrücker Karl Rudolf Tröß in seinem 1983 erschienenen Buch „Das Regiment Royal Deux-Ponts“  -  basiert deren Interpretation aus sozial-psychologischer und ethnologischer Sicht des bekannten Pfälzer Volkskundlers Helmut Seebach. Seinen Vortrag über Flohrs Tagebuch, den er auf Einladung des Historischen Vereins Zweibrücken am Mittwoch,15. August, im Kapellenraum der Karlskirche hält, hat er deshalb auch überschrieben „Die Erfahrungen des Fremden in der Fremde am Beispiel der Amerikaner und Neger“.

So schreibt Flohr u.a. von den Sklaven, den „Schwartzen Leuten, weilen sie gehalten werden als wie das Vieh und die Jungen deren Schwartzen nachgezogen werden, wie das Junge Rinds-Viehe; wie mehr Jungen sie machen, wie Lieber es dem Herren ist, welcher sie hat…“

Zu dem um 19 Uhr beginnenden Vortragsabend sind, wie zu allen Veranstaltungen des Historischen Vereins, Nichtmitglieder freundlich willkommen.