Bauende und malende Zwillinge

Historischer Verein erinnert an Ludwig und Heinrich Ullmann

Zweibrücken (hv) Sie waren Zwillinge, Ludwig und Heinrich Ullmann, und sie waren Architekten, malende Architekten. Aber so wenig wie sie deckungsgleich malten, so wenig gab es von ihnen Zwillingsarchitektur. Jeder hatte seinen eigenen Malstil und jeder baute nach eigenem Gusto und dem der Zeit. Und sie bauten viel und repräsentativ. So schuf Heinrich Ullmann beispielsweise die ursprüngliche Anlage des heutigen Homburger Uni-Klinikums, damals im ersten Jahrzehnt des vergangenen Jahrhunderts. Wurden bis dato Heil- und Pflegeanstalten ähnlich wie Kasernen gebaut, löste Heinrich Ullmann die „Kasernen“  in einzelne Gebäude auf – seine Anstalt entstand im Pavillonstil, damals ein  revolutionärer Schritt in der Architektur. Auch das ehemalige Zweibrücker Gymnasialgebäude war sein Werk, ebenso wie die Justizgebäude in Landau und Speyer, um nur einiges zu nennen.

Vor 140 Jahren waren die beiden Ullmanns in Göllheim geboren worden, aufgewachsen sind sie in Zweibrücken, wo ihr Vater Amtsarzt war. Im November und Dezember vergangenen Jahres machte die Zweibrücker Kulturgutstiftung Gehrlein-Fuchs im Mannlich-Haus mit einer großen  Ausstellung mit der Kunst der Ullmann-Zwillinge bekannt. Jetzt, in seinem März-Vortragsabend, stellt der Historische Verein das Wirken der beiden als namhafte Architekten vor. Der Speyerer Kunsthistoriker Clemens  Jöckle, der bei der Zweibrücker Ullmann-Vernissage in das malerische Schaffen der Zwillings-brüder eingeführt hat, wird nun an kommenden Mittwoch, 21. März, beim Historischen Verein das architektonische Wirken von Ludwig und Heinrich Ullmann darstellen und erläutern.

Zu dem Vortragsabend am 21. März um 19 Uhr im Kapellenraum der Karlskirche sind, wie zu allen Veranstaltungen des Historischen Vereins, Nichtmitglieder freundlich willkommen.