Die Frauen  mit der Koksschaufel…

Historischer Verein beginnt Jahresarbeit: Gastvortrag von Sabine Graf  

Zweibrücken (hv) Arbeit in der Schwerindustriearbeit war Männersache - so sagt man, als ob das  so unbestritten selbstverständlich wäre. Gut, Frauen durften zur Mittagspause ihren Männern den Essenkorb ins Eisenwerk bringen, ja, und viele Jahre später war ihnen erlaubt, im Büro zu arbeiten. Ob das aber so stimmt?

Die Publizistin Sabine Graf hat darauf eine ganz andere Antwort, wie sie am Beispiel des Völklinger Eisenwerks deutlich macht. Die Frauen, die in den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts in der Eisen-hütte ihre Arbeit antraten, mussten hart mit anpacken: beim Erzausladen auf den Saarschiffen oder beim Koksschaufeln in der Kokerei, einem der schwersten Arbeitsplätze in der Hütte. Und in den Weltkriegen standen sie auf der Gichtbühne, an den Hochöfen, in der Graugussgiesserei, in der Schlackensteinfabrik oder saßen auf Kränen. Dabei waren die Jüngsten beim Ausladen des Erzes aus den  Schiffen manchmal erst 14 Jahre alte Mädchen.

„Not am Mann? – Frauen ran?“ hat Sabine Graf ihren Gastvortrag überschrieben, mit dem der Historische Verein Zweibrücken am nächsten Mittwoch, 25. Januar, seine Vortragsarbeit im neuen Jahr einleitet. Die Referentin, die sich im Weltkulturerbe Völklinger Hütte mit der Thematik „Frauenarbeit in der Schwerindustrie“ intensiv  auseinandergesetzt hat, ist gebürtige Zweibrückerin, promovierte Literaturwissenschaftlerin und  lebt heute in Homburg. Ausgezeichnet mit dem Förderpreis der Landeshauptstadt Saarbrücken  und mit Arbeitsstipendien, arbeitet sie heute im Saarland und in der Pfalz als Autorin und Kunstkritikerin.

Zum ersten Vortragsabend im neuen Jahr, der am 25. Januar um 19 Uhr im Kapellenraum der Karlskirche beginnt, sind  - wie zu allen Veranstaltungen des Historischen Vereins – Nichtmitglieder freundlich willkommen.