Er war der Schrecken der Meere…

Vortragsabend mit OB Reichling beim Historischen Verein

Zweibrücken (hv)  „The Bloody Pirat“ wurde er genannt und er galt als der Schrecken der Meere. Wo sein Segel auftauchte, half nur noch ein Gebet zum Himmel: Rupert von der Pfalz war ein bis zum heutigen Tag in Deutschland viel zu wenig beachteter Spross des altehrwürdigen Geschlechts der Wittelsbacher. Es sei daher durchaus angemessen, diese interessante Persönlichkeit in Zweibrücken als der ehemaligen Residenzstadt der Wittelsbacher einmal vorzustellen, meinte Oberbürgermeister Prof. Helmut Reichling. Und so hat er sich bereiterklärt, den nächsten Vortragsabend des Historischen Vereins Zweibrücken am kommenden Mittwoch, 15. Juni, mit dem Thema „Ein Pfalzgraf als Pirat“ zu gestalten.

Als Referent des Abends wird OB Reichling das schillernde Porträt eines Pfälzers entwerfen, der als Sohn des Kurfürsten und „Winterkönigs“ Friedrich V. 1619 in Prag geboren wurde. Er diente in der holländischen Leibwache seines Großonkels Friedrich Heinrich von Oranien, kämpfte im Dreißigjährigen Krieg für die Sache der Pfalz, danach als Reitergeneral für das Haus Stuart und machte nach dem Sieg der Puritaner in England als Pirat die Weltmeere unsicher. Schließlich finden wir ihn wieder als englischen Lord High Admiral, der entscheidend in die Vier-Tage-Seeschlacht gegen die Niederlande eingreift.

Rupert von  der Pfalz war zudem ein Mann mit den unterschiedlichsten Talenten. Er profilierte sich als Naturforscher, Künstler und Entdecker. Er gilt als Erfinder besonderer Schießpulvermischungen, entwickelte eine moderne Legierung für Schiffsgeschütze, das Prinzmetall, und verhalf in der Bildenden Kunst der Mezzotinto-Technik zum Durchbruch. In Kanada erinnert bis zum  heutigen Tag „Ruberts Land“ an den Pfalzgrafen und Piraten, der 1682 als Duke of Cumberland in Windsor Castle starb und in der Westminster Abbey in London seine letzte Ruhestätte fand.

Zu dem am 15. Juni um 19 Uhr beginnenden Vortragsabend in der Kapelle der Karlskirche sind, wie zu allen Veranstaltungen des Historischen Vereins, auch Nichtmitglieder freundlich willkommen.