Alt-Heidelberg kam zu Besuch

Historischer Verein überraschte seine Gäste mit Natur und Kunst

Zweibrücken (hv) „Das war für uns ein ebenso anregender wie eindrucksreicher Tag“,  sagte einer der Heidelberger Gäste beim Abschied. „Es ist schon außergewöhnlich, außerhalb einer Stadt solche Besonderheiten zu finden“. Es war beim jüngsten Besuch des Vereins Alt-Heidelberg beim Historischen Verein Zweibrücken. Beide Vereine verbinden seit längerem freundschaftliche Beziehungen mit zweijährlich wechselnden Begegnungen, diesmal traf man sich in Zweibrücken.

Die Zweibrücker Geschichtsfreunde hatten dafür ein Programm zusammengestellt, das nicht den üblichen touristischen Pfaden folgte. So wurde am Morgen der Wildrosengarten in der Fasanerie besucht, wo die Botanikerin Annekathrin Rahmann mit den Gästen an den Rabatten mit den fünf klassischen historischen Rosen vorbeiflanierte, dabei als exzellente Rosenexpertin kenntnisreich und unterhaltsam informierend. Da ist zunächst die Rosa gallica, „die Urmutter aller Gartenrosen“, dann die aus dem Orient stammende Rosa damascena, schließlich die Rosa centifolia, die Hundertblättrige, nicht zu vergessen die Rosa muscosa, die Moosrose, und endlich die schon aus der Antike bekannte Rosa alba. Selbstverständlich fehlten an diesem historischen Ort auch Reminiszenzen an Stanislaus Leszczynski nicht.

Bei einer anschließenden, als Überraschung eingelegten Stippvisite in einem privaten Garten konnten die Heidelberger Gäste ein zauberhaftes grünes Reich erleben, ein begeisterndes Zeugnis wahrer Gartenleidenschaft.

Der Nachmittag gehörte dann dem weiten Zweibrücker Umland, wo bemerkenswerte historische Gotteshäuser besichtigt wurden, kirchenhistorisch und kunstgeschichtlich erläutert von Pfarrer Bernhard H. Bonkhoff vom Vorstand des gastgebenden Vereins. Den Anfang machte die Winterbacher Kirche mit ihrem  romanischen Turm,  nächste Station war die Ruine der protestantischen Kirche in Kirchenarnbach mit ihrem Chor aus dem 14. Jahrhundert, weiter ging’s zur Kirche in Knopp-Labach mit dem gotischen Tor- und Totenhaus und dann nach Großbundenbach mit seiner auf die Zeit um 1200 zurückgehenden Kirche mit ihren berühmten Wandmalereien und Epitaphen.

Dank für die „herzliche Gastgeberschaft zwischen Natur und Kunst und die nicht alltägliche Gelegenheit, Kunstschätze und kulturelle Schmuckstücke abseits der breiten Straßen entdecken zu können“, zollte der Vorsitzende des Vereins Alt-Heidelberg, bevor er zum Gegenbesuch einlud. Als Gastgeschenk hatte er ein Büchlein von Mark Twain über dessen Eindrücke von Heidelberg auf seiner Deutschlandreise 1878 mitgebracht.