Er war ein Gegner der Nazis

Historischer Verein erinnert an Pfarrer Johannes Lohr

Zweibrücken (hv) Als er von der Kanzel wetterte, dass der Inhalt des Nazi-Hetzblatts „Der Stürmer“ menschenverachtend sei, und forderte, den Schaukasten für den „Stürmer“ aus dem Dorf zu entfernen, eskalierte der schon lange schwelende Streit des Gangloffer Pfarrers Johann Lohr mit der Partei. Diese opponierte gegen ihn bei der Landeskirche in Speyer – und diese spielte keine gute Rolle. Statt sich schützend vor ihren Pfarrer zu stellen, wurde ihm angeraten, sich pensionieren zu lassen: Johannes Lohr war das erste Opfer unter den pfälzischen Pfarrern im Nationalsozialismus.

Lohr hatte in Strassburg studiert und wirkte zunächst als Pfarrer im Elsass. Schon dort beobachtete er die politische Entwicklung in Deutschland und wurde zum Kritiker der Verhältnisse unter der Nazi-Herrschaft. Als er später in die Pfalz wechselte und zunächst in Laumersheim im Leininger Land und später in Gangloff in der Nordpfalz Ortspfarrer war, wurde daraus eine offene Gegnerschaft.

Dieses Pfarrer-Schicksal – der Fall ist von der Landeskirche bis heute nicht aufgearbeitet – ist das Thema des nächsten Vortragsabends des Historischen Vereins Zweibrücken am kommenden Mittwoch, 23. März, im Kapellenraum der Karlskirche. Referent des Abends ist Vorstandsmitglied Pfarrer Dr. Bernhard H. Bonkhoff. Zu der um 19 Uhr beginnenden Vortragsveranstaltung sind, wie stets beim Historischen Vereins, auch Nichtmitglieder freundlich willkommen.