Sie war die Enkelin von Herzog Johann I.

Die Briefe der Gräfin Christina Magdalena spiegeln Zeitgeschichte

Zweibrücken (hv) Als Pfalzgraf Johann Casimir von Zweibrücken-Kleeburg 1613 in politischer Mission nach Stockholm reiste, ahnte der Sohn Herzogs Johann I. von Pfalz-Zweibrücken sicherlich nicht, dass er einmal ein ganz besonderes Kapitel Zweibrücker Geschichte, nämlich das des schwedisch-zweibrückischen Jahrhunderts, einleiten würde. Wirklichkeit wurde diese historische Epoche nämlich durch seine Heirat mit der schwedischen Prinzessin Katarina Vasa.

Eine äußerst anregende und geschichtlich aufschlussreiche Reminiszenz an die knapp 120jährige Schwedenzeit Zweibrückens sind die Briefe von Christina Magdalena, der Tochter von Pfalzgraf Johann Casimir. Diese Briefe liegen – wie der Historische Verein Zweibrücken mitteilt – jetzt erstmals in Buchform vor. Wenn sie auch nicht aus Zweibrücken geschrieben wurden, so schildern sie doch die damaligen Zeitumstände, so u.a. das Leben in den vom Dreißigjährigen Krieg verwüsteten deutschen Landen.

Christína Magdalena, Pfalzgräfin von Zweibrücken-Kleeburg und Nichte des Schwedenkönigs Gustav II. Adolf, heiratete 1642 in Stockholm den schwedischen Rittmeister und baden-durlachischen Markgrafen Friedrich VI. Mit diesem zog sie zuerst ins schwedisch besetzte Pommern und nach dem Ende des Dreißigjährigen Kriegs nach Durlach. Von Wolgast, Ueckermünde und Durlach hatte sie zahlreiche Briefe an ihren Vater, den Pfalzgrafen Johann Casimir, nach Schloss Stegeborg in Schweden und an ihren Bruder, den späteren schwedischen König Karl X. Gustav, nach Stockholm geschrieben. Und diese Briefe spiegeln Zeitgeschichte aus dem Erleben einer Frau.

Die im badischen Remchingen lebende Historikerin und Schriftstellerin Marlis Zeus - die vor Ort schwedische Sprache und schwedische Geschichte studiert hat - konnte die Briefe Christina Magdalenas im schwedischen Reichsarchiv in Stockholm lesen und ins Deutsche übertragen und sie damit jetzt deutschen Geschichtsfreunden zugänglich machen. Eines der wichtigsten historischen Werke von Marlis Zeus ist der vor sieben Jahren erschienene 430-Seiten-Band „Ein Pfälzer in Stockholm“ über den Zweibrücker Pfalzgrafen Johann Casimir. Augenblicklich arbeitet sie an einem Buch über den Pforzheimer Humanisten Johannes Reuchlin.

(Marlis Zeus, „Christina Magdalena Markgräfin von Baden“, 153 Seiten, 35 Abbildungen; Helmesverlag Karlsruhe, 17,50 €)